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Interview zur Arbeit des Schülersprechers
Geschrieben von: Felix Donnerstag, den 08. Dezember 2011 um 20:12 Uhr
Die Schülervertreter und an ihrer Spitze der Schülersprecher sind die von den Schülern demokratisch gewählten Vertreter in der Schulkonferenz. Dort erläutern und verteidigen sie die Meinungen und Standpunkte ihrer Mitschüler und arbeiten mit der Schulleitung und den Eltern zusammen, damit bei wichtigen Entscheidungen oder im Schulalltag die Interessen der Schülerinnen und Schüler des Schlossgymnasiums berücksichtigt werden.
Doch wie genau sieht die Arbeit eines Schülersprechers aus und welche Vorschläge unterbreitet er zur Verbesserung oder Aufrechterhaltung des geregelten Schulalltags? Um diese und weitere Fragen zu klären, führte ich ein Interview mit unserem Schülersprecher Enrico Erler.
Felix: Enrico, zunächst einmal herzlichen Glückwunsch zu deiner Wahl zum Schülersprecher unserer Schule. War es dein Wunsch, Schülersprecher zu werden und warst du bei der Wahl dabei?
Enrico: Danke. Ja, es war mein Wunsch Schülersprecher zu werden und ich war bei der Wahl natürlich dabei. Dabei ist zu beachten, dass die Wahl natürlich geheim und frei war, wie auch bei richtigen Wahlen.
Felix: Als Schülersprecher hast du vielfältige Aufgaben. Wie sehen diese genau aus?
Enrico: Ein Schülersprecher ist laut Schulgesetz der gewählte Vorsitzendes des Schülerrates. Grundsätzlich sehen die Aufgaben nicht anders aus als die der anderen Klassensprecher: Meinungsvertretung der Schüler, Teilnahme an Konferenzen, Lösungen bei Problemen, usw. Darüber hinaus nehme ich eine Mittlerrolle zwischen Schulleitung und Schülerrat ein, um die Kommunikation zu erleichtern.
Felix: Unsere Schulleiterin, Frau Kleinsorg, erachtet die Zusammenarbeit mit den Schülervertretern als wichtig. Wie würdest du deine Zusammenarbeit mit der Schulleitung charakterisieren?
Enrico: Die Zusammenarbeit zwischen Schülervertretung und Schulleitung bzw. den Konferenzen ist sehr produktiv, auch wenn ich mir ein wenig mehr Mut zur Meinungsäußerung bei den Schülervertretern wünsche. Unsere Schulleitung bezieht die Klassensprecher bei allen relevanten Problemen ein und berücksichtigt Vorschläge und Ideen.
Felix: Was tut die Schulleitung und die Lehrerschaft, um dich zu unterstützen? Gibt es auch Schüler, die versuchen, dir bei deiner Aufgabe zu helfen?
Enrico: Schulleitung und Lehrer räumen uns Zeit im Unterricht sowie Zeit für Konferenzen ein, um zum einen die Klassen zu informieren und zum anderen Probleme gemeinsam besprechen und lösen zu können.
Felix: Wo siehst du Probleme, an denen du mit deiner Arbeit ansetzten kannst? Welche Ideen hast du?
Enrico: Probleme sehen wir bis jetzt an der Essensversorgung, am Zustand der Toiletten und an der zuletzt diskutierten Grundhaltung (mangelnde Motivation, etc.) der Schüler im Unterricht. An Lösungen arbeiten wir zur Zeit. Es soll zum Beispiel eine Umfrage über die Mittagsversorgung gestartet werden.
Felix: Hältst du diese Ideen für realisierbar?
Enrico: Manche Probleme gestalten sich schwieriger als andere. Aber alles in allem halte ich die zur Zeit diskutierten Probleme durchaus für realisierbar. Ich hoffe dabei auf die Unterstützung der Schüler und Lehrer sowie auf die Bereitschaft, sich den Aufgaben zu stellen und Lösungen anzunehmen.
Felix: Wo bist du für deine Mitschüler zu finden und welchen Einfluss können sie auf die Arbeit der Schülervertreter nehmen?
Enrico: Meistens in der oberen Etage des Klassenraumgebäudes, Aufgang A oder im Essensraum zur Mittagspause. Mündliche und schriftliche Anregungen der Schüler werden gerne aufgenommen und in den Konferenzen diskutiert, dafür sind wir ja schließlich da.
Felix: Bestehen für dich Möglichkeiten, in Kontakt mit Schülersprechern anderer Schulen zu treten?
Enrico: Ja, das Schulgesetz sieht einige Instanzen vor, die über die Schulen hinweg die Meinungen der Schüler vertreten sollen und an weitaus größeren Problemen arbeiten. Das wären die Kreis- und Stadtschülerräte oder der Landesschülerrat M-V. Sie geben regelmäßig Konferenzen und Treffen, zuletzt im Oktober in Burg Stargard. Dort werden auch Workshops zur Rhetorik, Motivation und anderem angeboten. Die Workshops sind außerdem kostenlos.
Felix: Das Amt des Schülersprechers ist ein „politisch-soziales“ Amt. Siehst du deine berufliche Zukunft auch in dieser Richtung?
Enrico: Um ehrlich zu sein, weiß ich es nicht. Ich sehe mich einfach für andere Menschen verantwortlich und setzte mich gerne auch für deren Sorgen ein, solange sie vertretbar sind. Welche berufliche Bahn ich einschlage, kann ich leider immer noch nicht genau sagen, aber ich möchte in der Zukunft solche Rollen übernehmen.
