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Tanz dich frei

Mittwoch, den 04. März 2009 um 09:27 Uhr

Projektidee

Vorstellungen, wie der Tanzkurs ablaufen sollte, hatten sowohl Frau Glawe als auch die Schülerinnen. Der direkte Anstoß zum Projekt kam jedoch von Frau Kleinsorg und Frau Wulf, die am Ganztagsschulkongress in Berlin teilgenommen und dort den Auftritt der Lenau-Schule Berlin mit "KonzertanZ" erlebt hatten. Es entstand die Frage:

Warum sollte nicht am Schlossgymnasium ein Tanzbild mit einer eigenen Choreographie entwickelt werden können?

Da "Neuland" betreten werden sollte, herrschte bei den Beteiligten anfängliche Skepsis, ob das denn zu schaffen sei. Bedenken konnten durch Gespräche und die Internetrecherche ausgeräumt werden. Das Tanzprojekt sollte z.T. der Profilierung unserer Schule entsprechen (gesunde Schule-gesunde Lebensweise, Umweltschule-Nachhaltigkeit). Frau Glawe sah im Projekt ihre Ziele für den Kurs realisiert(siehe Projektbeschreibung) und auch die Mädchen stimmten zu. Schließlich wollten sie nicht nur für sich etwas Neues entdecken, sondern das auch an andere weitergeben.

Unser Projekt trägt den Titel "Tanz dich frei"(Darauf einigten sich die Mitwirkenden.) und soll mit einer Aufführung zum Schulfest enden.

Eine Überlegung für das Vorhaben war, Schülern aus unterschiedlichen Jahrgangsstufen und mit unterschiedlichen Voraussetzungen(Körperbau, Musikalität, Bewegungsvermögen)den Tanz
als eine Form der nonverbalen Kommunikation(Bewegung, Körperhaltung, Mimik und Gestik) nahe- zubringen.

Die Teilnehmerinnen sollten erfahren, welche Möglichkeiten sie mit ihrem "Instrument Körper" besitzen.

Ausgewählt wurden Musiktitel unterschiedlicher Richtungen und mit unterschiedlichem tänzerischen Anspruch. Außer dem Gesellschaftstanz "Langsamer Walzer" mit festen Grundschritten und der Anforderung des Führens sind es "junge" Titel, welche die Schülerinnen aus ihrem musikalischen Alltag kennen. So z.B."Low" mit Hip-Hop und Jazzdance-Elementen oder der "Crazy Foot Mambo" mit lateinamerikanischen Einflüssen wie Rumba und Mambo.Dem Titel unseres Projekts entsprechend also Tänze, deren Rhythmus mitreißt, die Lebensfreude, Unbeschwertheit und Energie versprühen.

Die Rahmenhandlung beinhaltet Elemente des Ausdruckstanzes. Hier kommt es darauf an, dem Partner durch Bewegung, Haltung, Mimik und Gestik Emotionen zu zeigen und Situationen zu gestalten.

Die Schüler lernen dabei nicht nur die eigene Körpersprache für sich zu nutzen, sie erfahren auch mehr über ihre Mitmenschen. Diese Erfahrungswerte sind dienlich bei der gewaltfreien Bewältigung von Konflikten, denn wenn das Gegenüber besser eingeschätzt werden kann, reagiert man gefasster und selbstsicherer.Das Tanzen soll aber nicht nur mit dem Künstlerisch-Ästhetischen verbunden , sondern auch als eine Vorbereitung auf das Leben in der Leistungsgesellschaft gesehen werden. Tanzen fördert das soziale Miteinander ganz ohne Gewalt. Im Projekt lernen die Mädchen sich aufeinander einzustellen und Rücksicht zu nehmen.Sie erkennen, dass sie in der Gruppe nur so stark sind wie ihr "schwächstes Glied". Die gegenseitige Akzeptanz trotz aller Unterschiede wächst.

Die Freude am Tanzen fördert aber auch, wie in unserem Projekt dargestellt, den Abbau von Stress, was von großer Bedeutung für die Bewältigung nicht nur äußerer, sondern auch innerer Konflikte ist. Ausgeglichene Persönlichkeiten gehen wesentlich rationaler und somit effektiver an die Lösung von Problemen heran. Das unterstützt beim Lernen und strahlt positiv auf das Umfeld aus.

In unserem Tanzbild erzählen wir von einem Mädchen, welches von Leistungsdruck und Versagensängsten geplagt, einer Gruppe tanzender junger Leute begegnet. Sie beobachtet, wie ungezwungen und fröhlich die Tanzenden miteinander umgehen. Nach der Aufforderung mitzutanzen, wagt sie erste Schritte. Im weiteren Verlauf zeigen wir, wie das Mädchen durch das Erleben des Tanzens und der Gemeinschaft wieder Freude am Lernen findet. Das Leben ist für sie wieder spannend geworden.

In die Rahmenhandlung eingebettet sind zwei Songs, die jeweils die Gefühlswelt des Mädchens widerspiegeln, und die Gruppentänze. In den finalen Tanztitel "Crazy Foot Mambo" sollen die Zuschauer einbezogen werden.

Bei der Entwicklung des Projekts wurde von Anbeginn darauf geachtet, die Schülerinnen in alle Prozesse einzubeziehen, also Künstlerisch-Kreatives (Entwickeln der Choreographie,
Auswahl der Musik...) mit Organisatorischem (Absprachen, Gewinnen von Partnern...) zu verbinden. Die Schülerinnen sollten nicht nur das Tanzen als eine Form der Bewegung und der Lebensfreude erleben, sondern auch ihre gesamten Erfahrungen aus dem Musik-,Deutsch-, Sport- und Kunstunterricht sowie aus ihrem Freizeitbereich einbringen und Verantwortung für das Gelingen des Projekts übernehmen.

Entscheidungen wurden gemeinsam getroffen, so dass sich während des Projektverlaufs eine intensive Partnerschaft zwischen allen Beteiligten entwickelte und Fähigkeiten in der Umsetzung von Partizipation und Demokratie sich weiter ausprägten. Eine Grundlage dafür bildete auch das ständige Reflektieren des Erlernten , Erlebten und Geplanten zwischen Lehrern und Schülern sowie den Schülern untereinander. Zu beobachten war, dass die Mädchen nach jeder gemeisterten Etappe gelöster und selbstbewusster an neue Aufgaben gingen. Die soziale Kompetenz wurde gestärkt.

Mittlerweile trifft man sich in der Freizeit, um sich beim Festigen der Choreographien zu helfen. Frau Glawe berichtete von einer Kursteilnehmerin, die sie auf einen Artikel
in einer Ärztezeitschrift aufmerksam gemacht hatte -"Tanzen macht schlau". Besser kann man es nicht sagen, wenn man über den Persönlichkeitszuwachs der Mädchen schreibt.

September 2008
Nach dem Entschluss, am Tanzprojekt "Tanz dich frei" zu arbeiten, beginnt die Suche nach Verbündeten (Projektbegleiter, Musiklehrer...). Das Schrittrepertoire zum "Crazy Foot Mambo" aus dem Line Dance wird eingeführt.
Oktober 2008
Im Vordergrund stehen das Skizzieren der Rahmenhandlung und die Suche nach dem entsprechenden musikalischen Backround . Die Tanzschritte für den "Bacardi Feeling" werden eingeführt. Schuljazzband und Chor können für das Einspielen der Musik gewonnen werden.
November 2008
Die Projektgruppe entscheidet sich für Musik, die Laura und Anna ausgesucht haben. Die Musiklehrerin unterstützt mit den Originalnoten. Die Choreographie zu "All summer long" aus dem Line Dance wird einstudiert. Am Tag der offenen Tür des Schlossgymnasiums werden Ausschnitte aus dem Tanzprojekt präsentiert.
Dezember 2008
Die Songtexte für die Rahmenhandlung entstehen. Feste Schrittsequenzen für den langsamen Walzer werden geübt. Zur Selbstkontrolle der Außenwirkung der Schülerinnen werden Tänze per Videokamera aufgezeichnet und ausgewertet.
Januar 2009
Verständigung zu Solorollen der Rahmenhandlung. Wie können die Vorstellungen der Projektgruppe tänzerisch umgesetzt werden? Frau Glawe stellt als Anregung Elemente des Ausdruckstanzes vor. Intensive Ausarbeitung aller Tänze.
Februar 2009
Die Schülerinnen stellen ihre Entwürfe für die Kleidung vor. Gemeinsam legt man sich auf eine Ausführung fest. Da die finanziellen Mittel knappsind, einigt man sich auf ein farbiges T-Shirt mit Logo. Die Schulband und der Chor spielen die Musik für die Rahmenhandlung ein. Schrittsequenzen der Tänze werden wiederholt.
März und April 2009
Die Rahmenhandlung rückt in den Mittelpunkt. Das Gesamtbild wird probiert. Die Präsentation des Projekts wird zum Schulfest erfolgen. 

  1. Die jahrgangsübergreifende Zusammensetzung des Projekts
  2. Der Aspekt der Nachhaltigkeit:Das Projekt wirkt nicht nur als ein einmaliges Erlebnis, sondern das Tanzen selbst wird durch ständige Reflexion und den Transfer in den Alltag zu einem Begleiter in das gesellschaftliche Leben. Dafür spricht die tänzerische Breite vom Gesellschaftstanz bis zum Line Dance.
  3. Durch die Vertiefung und Ausprägung von Kompetenzen (Organisation, Kommunikation, Teamwork) wird die Entwicklung der Schülerpersönlichkeit nachhaltig beeinflusst. Sozialkompetenzen, wie Umsetzung von Demokratie und Partizipation, werden in neue Zusammenhänge gestellt. Dadurch erschließen die Schülerinnen neue Dimensionen in der musisch-künstlerischen Betätigung. 
  4. Unser Tanzprojekt beansprucht Körper und Geist und erfordert Kreativität. Der allgemeinen Bewegungsarmut von Kindern und Jugendlichen setzen wir Bewegung durch Spiel, Spaß und Freude entgegen. Das Einhalten der Schrittfolgen erfordert hohe Konzentration.
  5. Das Erlernen des Standardtanzes "Langsamer Walzer" bewahrt ein Stück alter Tanzkultur. 
  6. Bereicherung des kostenlosen Freizeitangebotes in einer ländlichen Region 

Partner

Anke Glawe
Tanz- und Fitnesstrainerin
www.aktiv-mit-anke.de
Ute Wöller
Chorleiterin am Schlossgymnasium Gützkow
Dr. Wolfgang Arndt
Leiter der Jazzband des Schlossgymnasiums Gützkow