Beiträge 2014/2015

"Lernen bedarf einer Aufmerksamkeit von 100 Prozent", erklärt Gregor Staub aus der Schweiz den Schülern des Schlossgymnasiums Gützkow. Das heißt, tut man mehrere Sachen gleichzeitig ist ein nachhaltiger Lernprozess unmöglich. Der Gedächtnistrainer hat sich auf den langen Weg von Zürich nach Gützkow gemacht, um den Gymnasiasten am Dienstag dieser Woche Möglichkeiten zum effizienteren Lernen nahezubringen.

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Seine Geschichte klingt sonderbar: Als Schüler eines Gymnasiums hat man ihn herausgeworfen, da er angeblich nicht zum Lernen gemacht ist. Als er sich eines Tages dann auch noch anderthalb Stunden damit aufhielt, sein parkendes Auto zu finden, bis ihm klar wurde, dass er mit der Bahn unterwegs war, entschied er sich den Prozess des Lernens zu seinem Beruf zu machen. Er entwickelte über Jahre hinweg das Konzept „mega memory“, das ihn über die schweizerischen Grenzen hinaus bekannt und erfolgreich machte. Das Lernprinzip basiert auf alt griechischen, alt ägyptischen Techniken, sich Dinge besser merken zu können. Dazu fördert er vier Themenbereiche seiner Kunden: das Namens- und Zahlengedächtnis, das Sprachenlernen sowie die Fähigkeit, visuelle Spickzettel im Kopf zu entwickeln. "Allein schon das Namenmerken bringt Sympathiepunkte", sagt der Schweizer. Er habe einst 800 Namen seines Publikums in vier Stunden auswendig gelernt. Er verspricht mit seinem Programm, dass man in 15 Minuten, 20 thailändische Wörter erlernen kann. Und die Initiative der Schüler beweist: Es geht, im Handumdrehen sind die Zahlen von eins bis zehn und verschiedene Köperteile auf thailändisch im Kopf verankert.

"Lernen heißt, Verknüpfungen zu erstellen", beweist der Experte für Gehirnjogging am Beispiel von zehn amerikanischen Präsidenten, in dem er jedem Namen eine passende Eselsbrücke mit einem Gegenstand aus der Aula der Schule verband. „Wer effektiv lernen will, braucht ein klares Ziel, die entsprechende Selbstsicherheit und die Freude daran ist die Basisvoraussetzung dafür“, so Staub. Er erklärt, dass es fünf Phasen des Lernens bedarf, um einen Sachverhalt im Kopf zu behalten. Das Erfolgsrezept sind die ständigen Wiederholungen und der zu beobachtende Fortschritt. Sein Programm konzentriert sich überwiegend auf Schüler und Studenten, aber auch auf Menschen, die dazulernen möchten. "Jeder nimmt sich daraus, was er braucht. Dieses Programm ist individuell."

Nach den Schülern waren die Lehrer an der Reihe, sein Prinzip kennenzulernen. Am Abend bot Staub eine öffentliche kostenfreie Informationsveranstaltung für Eltern und Interessierte. Teilnehmer hatten dort die Möglichkeit sein Programm gleich vor Ort zu erwerben, welches sowohl als Buch mit CD, aber auch als Digitalausgabe erhältlich ist.