Beiträge 2014/2015

Das war schon beim letzten Austausch, als unsere französischen Gastschüler in Gützkow waren, ein beliebtes Spiel.

Im Schuljahr 2014/2015 verbrachten 13 Schülerinnen und Schüler eine tolle Woche in Frankreich. Diese Woche ist der Höhepunkt und Lohn für die gemeinsame Vorbereitung und Erarbeitung einer Präsentation. Diesmal war die Woche der Kulturen, die während unseres Besuches im lycée „Jean Hanzelet“ stattfand, unser Ansatzpunkt. Wir stellten unsere Heimatregion vor, nicht nur so allgemein, sondern wir informierten über typische ursprüngliche Handwerke und Kunsthandwerk, das unsere Heimat seit Jahrzehnten ausmacht, aber auch Festivals wie Hanse- Sail und Fischerfest, Heimatliteratur, Musik und Kunst. Natürlich durften kulinarische Hochgenüsse in einem Land wie Frankreich nicht fehlen und damit es ein bisschen Spaß macht, auch Sprichwörter, Redewendungen und die etwas netter gemeinten Schimpfwörter wie z. B. Dösbaddel.

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Und dann war es soweit. Gut gelaunt und ausgeschlafen waren wir pünktlich am Bahnhof und das Abenteuer begann. Alle haben die oft sehr kurzen Umsteigephasen super gemeistert und dann waren wir auch schon in Frankreich. In Metz hatten wir gut eine Stunde Aufenthalt und nun wurden die Meisten langsam nervös. Denn es sollte nicht mehr lange dauern bis wir unsere Gastfamilien kennenlernen würden. Zum letzten Mal wurden die Vokabeln mit den vermeintlich wichtigsten Wendungen hervorgekramt und dann, kurz vor dem Ziel, hatte fast alle ein wenig Bammel vor dem, was nach dem Aussteigen kommen würde.

Aber das war gar nicht schlimm, denn die Begrüßung derer, die sich kannten lockerte die Stimmung gleich auf. So lernten alle schnell ihre Gasteltern und „corres“ kennen und machten sich auf den Heimweg, es war ja schließlich schon etwa 22:00 Uhr und wir seit zwölf Stunden unterwegs.

Gemeinsam mit Madame Lachambre und Monsieur Schneider trafen wir uns am Montag in der Schule zu einem gemeinsamen Frühstück und zur offiziellen Begrüßung durch den Schulleiter, den technischen Leiter und deren Stellvertretern. Danach besichtigten wir die Schule, die seit mehr als zwei Jahren komplett neu gebaut wird. Der größte Teil ist fertig und die restlichen Gebäude im Entstehen, so dass nur noch einige Fächer in Containern stattfinden. Beeindruckend für uns war natürlich der technische Bereich mit den verschiedenen Werkstätten. Und wir entdeckten die

"Dinge" aus dem Lehrbuch: le CDI, l'infirmérie, la salle de permanence et la cantine. Gemeinsam absolvierten wir ein Quiz über Frankreich und versuchten verzweifelt unserer Kenntnisse der Landeskunde wieder auszugraben. Manchmal hat es geklappt, aber auch unsere corres durften uns helfen. Zum Mittag gab es, entsprechend der Woche der Kulturen, typisch südamerikanisches Essen, aber natürlich mit französischen Elementen, die da sind: Brot, Vorspeise (Salat), Dessert (Joghurt oder Obst), Käse.

Am Nachmittag gingen wir ins Stadtzentrum von Pont-à-Mousson und besichtigten die Confiserie Perrin, eine kleine Süßigkeitenfabrik. Danach hatten wir Freizeit, in der wir nebenher durch eine kleine Stadtralley den Ort näher kennenlernten. Um 16:00 Uhr trafen wir uns alle wieder vor dem "hôtel de ville", dem Rathaus zu einem kleinen Empfang beim Bürgermeister. Dann war der offizielle Teil des Tages zu Ende und wir fuhren in unsere Gastfamilien zurück.

Am Dienstag waren wir erst einmal im Unterricht und einige von uns mit Monsieur Schneider in einer der Werkstätten um Schlüsselanhänger herzustellen. Das gelang nach einigen technischen Schwierigkeiten. Zum Mittag in der Kantine gab es diesmal Essen aus dem Maghreb, also Nordafrika. Um 13:30 Uhr waren wir an der Sporthalle mit Monsieur Forfert dem Sportlehrer zum Volleyball verabredet. Danach gingen wir gemeinsam in die Stadt und da das Wetter es gut mit uns meinte, machten wir einen Spaziergang an der“ Moselle“ entlang. Der Spaß, den wir dabei hatten zeigen einige der Fotos, die wir aber nicht alle veröffentlichen.

Der Mittwoch war ein reiner Schultag und wir nahmen an den verschiedensten Fächern teil, Mathe, Englisch, Physik, Französisch, Geschichte, Deutsch. Da nur bis Mittag Unterricht war, hatten wir den Nachmittag über Freizeit, die wir gemeinsam verbrachten.

Donnerstag sollte wieder ein langer Tag werden. Wir trafen uns morgens auf dem Bahnhof von Pont-à-Mousson und fuhren nach Nancy. Dort verbrachten wir den ersten Teil des Vormittags mit Geocatching. Wir mussten an verschiedenen Koordinaten Nachrichten finden. Anschließend hatten wir Freizeit, die wir nutzten, um die Stadt selbstständig zu erkunden und die Geschäfte unsicher zu machen. Nach dem Mittag trafen wir uns auf dem wunderschönen Platz Stanislas wieder, einem der schönsten Plätze Europas, der zum Weltkulturerbe gehört und bei Sonnenschein, so wie wir ihn hatten, einfach nur beeindruckend ist! Dort begann unsere Stadtführung mit Monsieur Kayser, bei der wir kreuz und quer durch die Stadt liefen und viel Interessantes über die Entstehung der Stadt, ihre Geschichte und die Architektur erfuhren.

Der Freitag, unser letzter Tag kam viel zu schnell. Diesen Tag verbrachten wir in Metz. Am Bahnhof empfing uns Monsieur Albert und erzählte uns die Geschichte von der Entstehung des deutschen Bahnhofes in Metz und welche Rolle Kaiser Wilhelm der II. gespielt hatte. Wir sahen uns das Centre Pompidou de Metz an und einige von uns besuchten im Laufe des Tages in der großzügig bemessenen Freizeit das Gebäude und die Ausstellungen im Inneren. Dann nährten wir uns dem Stadtzentrum bei einem Spaziergang durch das historische Metz, am Ufer der Moselle entlang bis zur Kathedrale. In dieser riesigen Kirche beeindruckten uns ganz besonders die drei Kirchenfenster, die von Marc Chagall gestaltet wurden. Gemeinsam gingen wir durch die Markthallen. Im Anschluss hatten wir Freizeit und es gab genug Geschäfte, die es zu entdecken galt. Außerdem musste noch das eine oder andere Souvenir gefunden werden und das Taschengeld war auch noch nicht alle. Gemeinsam fuhren wir am späten Nachmittag dann in Richtung Bowling. Da wir aber noch Zeit hatten und es einen riesigen Einkaufstempel der aller neusten Art gab, verbrachten wir hier etwas Zeit und zogen von einem Laden in den nächsten. Dann wurde "gebowlt". Verlierer gab es keine, nur Spaß. Inzwischen hatten alle Hunger und waren heiß auf Pizza!. Der Abend ging leider viel zu schnell vorbei und beim Abschied wurde uns bewusst, das unser Aufenthalt sich dem Ende näherte und so wurden schon die ersten Tränen vergossen und die Eltern unserer corres wartetet geduldig bis jeder sich von jedem mindestens einmal verabschiedet hatte.

Am Samstag auf dem Bahnhof musste es auf einmal schnell gehen, weil bei der ganzen Quatscherei die Zeit wie im Fluge verging. So verlief der Abschied hastig, zu kurz, also Hals über Kopf. Als wir endlich in Berlin waren und alle unsere Anschlusszüge erreicht hatten, wurden wir euphorisch im Angesicht des sich nährenden Endes unserer Reise. Sollte diesmal wirklich alles glatt gegangen sein? Eine Reise ohne irgendwelche spektakulären Ereignisse? Das hatte es ja noch nie gegeben. Aber da hatten wir die Rechnung ohne die Deutsche Bahn gemacht. Die wusste, was uns gefehlt hatte. Wir hatten uns schon gewundert, das unser Zug nur bis Angermünde ausgeschrieben war und nicht bis Stralsund, wie geplant. Ab Angermünde hatten wir Schienenersatzverkehr! Das bedeutete keine pünktliche Ankunft und wer weiß, was für Umwege. Und so kam es denn auch. Die ersten Eltern nutzten den Halt in Anklam, gegen 0:30 Uhr um ihre Kinder abzuholen. Nachdem der Zug Züssow ausgelassen hatte, für er erstmal nach Groß Kiesow und dann über irgendwelche Landwege wieder nach Züssow zurück. Da aber Ortsunkundige sich im Dunkeln schnell mal verirren können, landeten wir in Karlsburg. Von dort haben wir es dann doch noch nach Greifswald geschafft und sogar den Südbahnhof gefunden. Die letzten Eltern konnten ihre Kinder gegen 01:45 Uhr in die Arme schließen.

Und wir hatten Alles, was wir wollten: eine aus vielen Gründen unvergessliche und einmalige Reise nach Frankreich und zurück mit vielen neuen Freunden, Eindrücken und Erinnerungen!

Merci beaucoup! In einem Jahr in Gützkow! Bis dahin überlegen wir uns ein tolles Programm!

* faire la pompe = Liegestütze machen

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