Beiträge 2016/2017

Ein Bus mit erwartungsvollen und erlebnishungrigen 11-Klässlern setzt sich am Sonntagmittag, wenn andere zu Hause am Mittagstisch sitzen, in Richtung Sassnitz in Bewegung. Wohin geht die Reise? Nach Värnamo in Schweden, denn endlich steht der Besuch der ehemaligen Gastgeber bei ihren schwedischen Partnerschülern an.

Die Ostsee meint es gut mit uns, ist ruhig, aber die Fähre ist voll. Es ist nicht einfach, überhaupt einen Platz zu finden.

Unser Busfahrer kutschiert uns sicher über die schwedische Autobahn gen Norden. Aber die Aufregung steigt, als wir uns endlich Värnamo nähern, obwohl es schon spät ist. Auf die Minute pünktlich treffen wir ein – 23 Uhr. Die Rücklichter der wartenden Autos, um die deutschen Schüler abzuholen, leuchten uns schon entgegen.

Ja, und dann sind wir da. Die ersten steigen aus dem Bus und fliegen ihren schwedischen Gastgebern entgegen, andere sind etwas zögerlicher. Aber es dauert nicht lange und der Platz vor der Schule ist wieder leer.

Am Montagmorgen treffen wir uns in der riesigen Aula des Finnvedensgymnasiums, die eher einem Theatersaal gleicht. Gleich werden alle Delegationen ihre Präsentationen zeigen. Nervosität? Und wie!!

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Vor unserem Beitrag gibt es extra eine „Umkleidepause“, denn schließlich müssen die Abba-Outfits, das Dirndl und die Perücken ordentlich sitzen. Was unsere Schüler dort zeigen, ist ein lebendiges, humorvolles und informatives Programm, das durch den Live-Charakter wirklich gut ankommt. Es ist ja auch nicht so einfach, vor einem internationalen Publikum, das aus Letten, Litauern, Esten und Schweden besteht, englisch zu sprechen – und das auch noch live und laut genug, ohne abzulesen. Aber es hat alles wunderbar geklappt.

Nach einem geführten Rundgang durch die Schule, die so ganz anders ist als die, die man so von zu Hause kennt (oder haben wir etwa große Fenster in der Klassenraumwand zum Gang hin??) und einer ersten Tour durch Värnamo treffen sich alle in internationalen Gruppen, um im Workshop ein Stück Zukunft zu kreieren: Es geht um nachhaltige Möbel. Möbel?? Ja, Värnamo ist so etwas wie ein schwedisches Zentrum für Möbeldesign, und die Ideen der Schüler sind gefragt, um Innovation, Nachhaltigkeit, Umweltbewusstsein und Modernität miteinander zu vereinen. Da wird gesägt, gehämmert, geklebt, gemalt, geschraubt, natürlich alles im Miniformat. Da sich die Arbeit bis 22 Uhr hinzieht, hat man natürlich auch Hunger, aber die Gastgeber haben für ein ordentliches Abendessen in der Cafeteria gesorgt: Nudelsalat mit Hühnchen, dazu Obst und Apfelsaft. Für jeden.

Am nächsten Morgen, als die Busse nach Götheborg abfahren, haben wir eine weitere Stufe von Schlafmangel erreicht. Aber wir sind neugierig, was uns dort erwartet. Nach einem kleinen Stadtrundgang, der uns historische Häuser näher bringt, geht es zum Universeum. Das ist in etwa mit dem Darwineum in Rostock vergleichbar. Aber was wir über Wasser und Haie lernen, ist wirklich interessant, und dazu bemerken wir, dass wir das Ganze in Englisch wirklich gut verstehen können. Englisch lernen in der Schule ist also doch von Vorteil…

Spätestens als wir dann in Ullared, einem RIESIGEN Einkaufszentrum, ankommen, erhält das Wort Shopping eine neue Dimension. Es scheint, als ob wir da drin ohne Kompass verloren sind, so groß ist es.

Nun, das muss nicht jedem gefallen, jedenfalls sehen die Gesichter, als wir uns in den Bus setzen, um nach Värnamo zurückzufahren, nicht mehr besonders frisch aus.

Aber am Mittwoch geht es weiter, auch der Tag ist voll. Noch einmal haben die Schüler die Möglichkeit, an ihren Möbelkreationen zu arbeiten, dann wird prämiert. Jede Gruppe stellt ihr Ergebnis vor, bewertet wird in den Kategorien Nachhaltigkeit, Kreativität und Präsentation. Und da ja in jeder Gruppe Schüler aus allen 5 Nationen vertreten sind, gehören auch einige unserer Schüler zu den Gewinnern. Herzlichen Glückwunsch!

Am Abend gehen die deutschen und schwedischen Schüler gemeinsam zum Abendessen und anschließend noch zum Bowling. Zeit zum Schlafen! – Später.

Die Zeit für den Treffpunkt am nächsten Morgen ist eindeutig zu früh – 3:30 Uhr an der Schule stehen, weil der Bus losfährt, ist wirklich gewöhnungsbedürftig. Aber die Fähre diktiert den Zeitpunkt. Es ist schnell auffallend still im Bus, jeder sucht es sich so bequem wie möglich zu machen – bis auf unseren Fahrer natürlich. Der ist frisch und ausgeruht.

Da wir diesmal die ersten auf der Fähre sind, ergattern wir wunderbare Plätze, die uns die Überfahrt angenehm machen.

Was bleibt nach einem wunderbaren Schwedenaufenthalt? Natürlich die Erkenntnis, der Schulpartnerschaft zu einem weiteren lebendigen Kapitel verholfen zu haben. Die nächsten Schülerjahrgänge sollten diese Erfahrung auch machen. Aber – ein bisschen müde sind wir jetzt doch.

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