OZ-Bericht: Schule mit Courage

Geschrieben von: Stefan Brümmer

OZ-Greifswald, 28.02.2008

Gützkower Ziel: Schule mit Courage

Gestern ist dem Schlossgymnasium Gützkow der Titel "Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage" verliehen worden. Die Patin, die das Projekt der Gützkower Gymnasiasten zukünftig begleiten wird, ist die Fan-Abteilung des Bundesligisten FC Hansa Rostock.

Gützkow. Das Schlossgymnasium ist jetzt bundesweit die 412. und in MV die 5. Schule, die den Titel "Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage" trägt. Eine entsprechende Urkunde wurde gestern während einer festlichen Veranstaltung in der Aula des Gymnasiums durch die Landeskoordinatorin für Schulen ohne Rassismus und mit Courage, Dr. Sandra Pingel-Schliemann, an die Zwölftklässler Miriam Piek und Nicole Wenddorff überreicht. Die beiden Schülerinnen und ihr Klassenkamerad Eric Wilke hatten ihrerseits einen gewichtigen Beitrag dazu geleistet, dass dieses Projekt im Schlossgymnasium überhaupt zustande kam. Jetzt wird es allerdings schwieriger, soll es doch mit Leben erfüllt werden. Wie Schüler und pädagogisches Kollegium sicher wissen, ist es ein Ding über eine Problematik zu sprechen, ein völlig anderes aber, sie im täglichen Miteinander offensiv zu benennen und als Reaktion darauf auf Veränderung zu drängen.

"Verantwortlich ist man nicht nur für das, was man tut, sondern auch für das, was man nicht tut" – dieser Ausspruch eines Philosophen, der als Leitlinie die gesamte Veranstaltung wie ein roter Faden durchzog, wird nicht einfach umzusetzen sein. Das zeigt das tägliche Leben.

Unbedingt bemerkenswert ist die Partnerschaft, die die Schule für ihr Projekt gewinnen konnte. Immerhin wird die Fan-Abteilung des Fußball-Bundesligisten FC Hansa Rostock ab heute die Projektarbeit unterstützen. Und nicht nur der Fan-Beauftragte des FC Hansa, Axel Klingbeil, war anlässlich der Titelübergabe erschienen. An seiner Seite nahm Hansa-Ex-Trainer Juri Schlünz Platz, der beim Fußball-Club jetzt für die Nachwuchsarbeit verantwortlich ist, also tagtäglich auch ideelle Arbeit zu leisten hat. Beide wissen aus eigenem Erfahren, wie schnell aus Fan-Block-Sprüchen wie „Eierkopp, Eierkopp!" rassistische Beleidigungen werden können. Nicht ohne Grund bestimmte das Thema Fußball und Rassismus vor noch gar nicht vor allzu langer Zeit die Schlagzeilen in den Medien. Die Männer wissen also worüber sie sprechen, wenn es um Rassismus und Courage geht.

Dass das Thema gerade im Landkreis Ostvorpommern ein sehr aktuelles ist, war auch an der Gästeschar zu bemerken. Land- und Schulrätin, Vertreter der Parteien, ehrenamtliche Mitarbeiter in Bereichen der Jugendhilfe, von Vereinen oder Antigewalt-Projekten – sie alle waren der Einladung der Schulleiterin Edith Kleinsorg gefolgt. Und die, die zum ersten Mal das Haus einen Besuch abgestattet hatten, werden zur Kenntnis genommen haben, dass die Schüler auch mit einem stimmgewaltigen Chor und einer Jazzband zu punkten verstehen.